Fotogalerie


Traktur
Spieltisch
Prospekt
Registerzüge recht...
Registerzüge links...
Nagerspuren 2011
Keilschleifen
Pedalposaune

Ortschaft :

Agnetheln / Agnita / Szentágota

Landkreis :

Hermannstadt / Sibiu






Baujahr :

1850


Orgelbauer :

● Carl SCHNEIDER


Reparaturen oder Restaurierungen :

1992 Reparatur durch Martin Kares (Deutschland)
2005 Rekonstruktion der Trompete 8' im I. Manual durch Ferdinand Stemmer.


Standort :

Westempore


Prospekt und Spieltisch :

Neugotisch, vergoldete Verzierungen, Prospektpfeifen aus Zink (nicht original) / neogotic ornamente aurite, prospect neoriginal din zinc


Disposition :

» Pedal

Violon 16', Violon 8', Quinta 5 1/3', Octav 4', Posaune 16'

» 1. Manual

Bordun 16', Principal 8', Viola di Gamba 8', Gedackt 8', Octav 4', Spitzflöte 4', Flauto 4', Quinta 2 2/3', Superoctav 2', Mixtur 4fach; Cymbel 3fach, Trompete 8'

» 2. Manual

Praestant 8', Piffaro 8', Flauto traverso 8', Octav 4', Rohrflöte 4', Fugara 4', Superoctav 2', Scharff 5fach


Andere Anmerkungen bezüglich der Disposition :

Sperrventil I, Sperrventil II, Sperrventil Pedal, PK, MK, Evacuant

Der Registerzug Gemshorn 8' verbirgt das Register Trompete 8', das 2005 rekonstruiert und gemäss der Originaldisposition wieder eingebaut wurde. Ihre Mensuren wurden von der Buchholzorgel in Kronstadt übernommen.

Unten recht existiert im Spieltisch ein Loch für einen jetzt fehlenden Fusstritt. Dahinter, im Innern der Orgel liegen Teile einer Mechanik, die möglicherweise auf eine Kalkantenglocke hinweisen, die im Turm hinter der Orgel die BalgtreterInnen den nächsten Arbeitseinsatz forderte.

Tonhöhe fast ein halber Ton über 440 Hz bei 18 °C


Traktur :

» Spieltraktur :

mechanisch

» Registertraktur :

mechanisch


Klangbeispiele :


Zustand :

vor 2011: Sehr gut bis auf einige Fehler in den Zungenstimmen und in der Pedalkoppel I. / stare foarte bună, unele defecțiuni la ancii și la cupla de pedalier I.

Leider sind 2011 Spuren von Nagetieren im Orgelinneren an den Pfeifen festzustellen / Din păcate, în anul 2011 au apărut urme de rozătoare în interiorul orgii, la unele tuburi.

2018: z.T. sehr verstimmt, Schleifen klemmen, Registerzug Quinte 2 2/3' innen abgebrochen.

2018 Sommer / Herbst: Die Kirche wurde im Rahmen eines EUprojektes bis Ende 2021 geschlossen. Die Orgel wurde dafürt eingepackt.

2021 (Herbst) wurde die Orgel wieder ausgepackt, etwas zu früh; und am Strom angeschlossen.

11.1.2022: Bei einer Befahrung / Funktionskontrolle am durch Barbara Dutli, Brita Falch Leutert, und Jürg Leutert wurde festgestellt, dass die Orgel spielbar ist und durch die Kirchenrenovation (ausgenommen weitere Verschmutzunng) keine Schaden genommen hat. Keine Spuren von Wurmbefall. Wir erteilten Barbara Dutli den Auftrag, anhand der Bestandesaufnahme einen Massnahmenkatalog zu erstellen. Ein Kostenvoranschalg wird zeigen, was an Arbeitseinsatz und Finanzierung nötig ist, um die Zukunft des sehr wertvollen Instrumentes zu sichern.

6 mittelgrosse Trompetenbecher beugten sich im Laufe der Jahre, brachen teilweise und zerdrückten/knickten einige Mixturpfeifen. Barbara Dutli nahm die genannten, demolierten Pfeifen mit nach Honigberg.

Der Balg auf der Empore hat kleinere Löcher, der Fussschöpfbalg ist sehr zerrissen. Es kann nicht mehr von Fuss (ohne Strom) Wind geschöpft werden. Die Pfeifen des ausgebauten Gemshorn 8' (seit 2005 steht wieder eine Trompete 8' auf der Windlade) liegen unten im Balghaus.

Hinter der Orgel im Turm befindet sich das enorme, originale Balggestell (1850), auf dem noch zwei der ursprünglich vier originalen Keilbälge liegen und Details über die ausgeklügelte Bauweise der Windanlage verraten.

Die jetzige Balganlage (samt elektrischem Gebläse) hinten rechts auf der Empore (vom Altar aus gesehen) stammt von einem Umbau / Reparatur / Erneuerung der Firma Einschenk (Kronstadt), die anfangs 20. Jahrhundert stattgefunden hat. Wahrscheinlich wurde er eingebaut, als der jetzige Zinkprospekt den originalen, als Kriegspfand eingezogene Zinn-/Bleiprospekt ersetzt wurde. Gleichzeitig wurde wahrscheinlich die Trompete 8' durch das Gemshorn 8' ausgetauscht.

Für die Reparaturen und die Revision der ORgel ist am 14.4.2022 auf dem Konto des Landeskonsistoriums der Evang. Kriche A.B. in Rumänien ein grösserer Betrag vom Kirchenkreis Essen (D) eingetroffen, der ausschliesslich für die Revision / die Reparatur dieser Orgel verwendet werden darf. Diese Arbeit wird vom Orgelausschuss / dem Musikwart koordiniert. Sobald alle Voraussetzungen dafür erfüllt sind, werden, wird dafür mit einer Orgelabufirma ein Vertrag abgeschlossen.


Geplante Arbeiten :

Revision / Reinigung der Orgel

Einbindung der Orgel in ein touristisches Konzept, das der frischrenovierten Kirche – und möglichst bald auch der Orgel – samt näherer und weiterer Umgebung gerecht wird.

möglichst regelmässige Kontrolle und Bespielung des Instrumentes.


Sonstiges :

ZAEKR 400/375 - 235 (Gemeinde Kerz) Zur Vorgängerorgel
"Summarische Quittung über Rh. Gulden dreihundert und fünfzig . . . Conv. Münze welche die unterfertigte Ortschaft, für ein verkauftes Orgel Werk, von der Gemeinde Kerz in Ratenzahlungen . . . baar und richtig aus bezahlt erhalten zu haben hiemit quittiierend bescheinigen . . ."
Agnetheln am 11. Februar 1854


Bibliographie :

● Binder, Hermann: Orgeln in Siebenbürgen (Orga în Ardeal – Irineu Buga) GMV. D-55481 Kludenbach, 2000
● Dávid, István: Müemlek orgonak Erdélyben (Orgi, monumente istorice din Transilvania), Editura Polis Balasi, Cluj Napoca, Budapesta, 1996